Scouting:

Die SSF-Sportagentur öffnet talentierten Fussballern die Türen.
 Durch Kontakte zu nationalen und internationalen Fussballvereinen möchten wir ambitionierten Fussballern  die Türen zum Profifussball eröffnen. Wir werden Probetrainings bei etablierten Vereinen arrangieren,  Fussballevents veranstalten und Vereinsgespräche führen. Unsere Fussballer sollen in allen Belangen unterstützt, aufgebaut, gefördert und trainiert werden.

 DIE TALENT-STORYS 

Früh übt sich, wer einmal ein großer Fußballer werden will. 
Der Kampf um Talente wird immer härter. Und die Preise steigen immer mehr. Im Talent-Storys schauen wir auf Europa. Denn jedes Land, jeder Verein arbeitet unter speziellen Bedingungen. 
Der Kampf um Talente wird immer härter. Und die Preise steigen immer mehr. Kinder im Alter von 12, 13 Jahren sind zu Handelsobjekten von Beratern, Managern und Vereinen geworden. Aber Jugendliche werden gleichzeitig auch gezielt entwickelt und pädagogisch gefördert wie nie zuvor, um ihnen eine große Karriere zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr haben wir die Entwicklung dieses boomenden Millionen-Markts in der Bundesliga beschrieben, im Talent-Storys schauen wir auf Europa. 
Immer wieder Lesenswerte Geschichten aus der Vergangenheit.
(Quelle: FAZ.NET) 

Fußball-Talentreport, heute : Spekulationsgeschäft mit Jugendlichen

 

Weckt die Hoffnung auf eine hohe Rendite: Martin Ödegaard 

Hinter dem Wettbewerb um Supertalente des Fußballs aus aller Welt findet in der Bundesliga tagtäglich ein Kampf um Hochbegabte statt. Dabei geht es um die künftige Basis deutscher Profi-Vereine. 

Es war der Winter der Talente. Über Wochen und Monate haben Fußballfans in ganz Europa verfolgt, wohin die Traumreise eines sechzehnjährigen norwegischen Jungen wohl führen würde. Die größten Klubs Europas hatten einem Milchgesicht den roten Teppich ausgerollt. Die Bayern wollte es haben, Arsenal, Liverpool und viele andere mehr. 

Es schien, als wäre Martin Ödegaard mehr als nur das vermeintlich größte Fußballtalent der Welt, eine Garantie-Version des neuen Messi sozusagen, ein Superstar. Und so präsentierte Real Madrid, der größte Klub der Welt, Ende Januar fast zwangsläufig der Öffentlichkeit seinen buchstäblich jüngsten Fang vor den Fernsehkameras aus aller Welt

 „Geld“, aber sagte der Junge bei seiner Vorstellung, „ist für mich nicht das Thema.“ Das muss es auch nicht sein. Denn im Fußball wird mittlerweile schon die Hoffnung auf Leistung fürstlich entlohnt. Martin soll nach Medienberichten in Madrid 45.000 Euro verdienen – pro Woche. Das macht rund 2,5 Millionen im Jahr. Real Madrid hat seinem Vater einen Job im Klub verschafft, und dass die gesamte Familie mit dem Sohn umziehen würde - ob nun nach Deutschland, England oder eben Spanien -, war ohnehin klar. 

Der Junge ist ja erst sechzehn, fast noch ein Kind. „Der Hype ist wie bei Justin Bieber“, sagte sein Berater, der ehemalige Bundesliga-Profi Tore Pedersen. Bieber stand mit 16 allerdings schon auf Platz eins der US-Charts. Ödegaard spielte bisher nur in der zweiten Mannschaft von Real, was aber auch dort einen Riesenwirbel verursachte

Kimmich ist teurer als einst Ballack 

In der Winterpause hatte auch der FC Bayern ein Zeichen gesetzt. Der deutsche Rekordmeister verpflichtete den neunzehnjährigen Joshua Kimmich von RB Leipzig für rund 8,5 Millionen Euro. Joshua wer? Für das Talent aus Leipzig, das noch keine einzige Minute in der Bundesliga gespielt hat, zahlen die Bayern mehr als noch vor gut zehn Jahren für Michael Ballack, den damals besten deutschen Spieler, der die Nationalelf ins WM-Finale 2002 geführt hatte und Bayer Leverkusen ins Endspiel der Champions League. 

Das Kinder- und Jugend-Spekulationsgeschäft am Ball boomt wie nie. Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) hat daher in seinen Report „Global Market Transfer 2015“ erstmals auch das Geschäft mit Minderjährigen aufgenommen. Die Transferkosten stiegen im Jahr 2014 auf die Rekordsumme von mehr als vier Milliarden Dollar. Dabei verzeichnete die Fifa allein 1793 Anfragen für Transfers von Minderjährigen - bei insgesamt 13.090 Wechseln. Das sind 13,7 Prozent. 

                                                                                                           

 

Beim Debüt bei Real war die Aufregung groß um den Norweger  

Mit dem großen Geld, das in Kinder und Jugendliche in der Hoffnung auf hohe sportliche und finanzielle Rendite gesteckt wird, treten auch die Schattenseiten dieses Geschäfts hervor. So hat zum Jahreswechsel der Internationale Sportgerichtshof den Einspruch des FC Barcelona gegen ein Fifa-Urteil abgewiesen, das den Klub wegen Unregelmäßigkeiten bei der Verpflichtung minderjähriger Spieler mit einem Transferverbot für zwei Transferperioden bestraft. Laut spanischen Medienberichten soll die Fifa auch gegen Real Madrid ermitteln. Laut Fifa-Report ist Spanien das Land, das weltweit die meisten Minderjährigen „kauft“, Deutschland liegt auf Rang fünf. 

In der Winterpause sorgte auch die Bundesliga für Schlagzeilen beim Thema Nachwuchs. Der Mönchengladbacher Sportdirektor Max Eberl kritisierte nach dem Transfer von Kimmich und einem Gladbacher Talent nach München, dass nun auch der FC Bayern junge Talente ernte, bevor sie reif seien. Und Heribert Bruchhagen beklagte die Konzentration von Jugendspielern auf immer weniger finanzstarke Klubs. „Die Bayern, Leverkusen, Hoffenheim und Leipzig greifen ab, sichern sich jedes Jugendtalent“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt. „Alle haben schon einen Berater, die es dann oft versäumen, zu beachten, wo ihr Junge auch im Übergang die besten Karten hat.“ 

Derzeit finden gleich zwei Duelle statt 

So entstand der Eindruck, dass die Klubs, die finanziell nicht zur Topklasse gehören, in diesem Jugend-Millionenspiel keine Chance mehr hätten, dass sie zerrieben würden von schwerreichen Klubs und ahnungslosen, gierigen Beratern. Das jedoch ist nicht einmal die halbe Wahrheit. 

Tatsächlich finden derzeit zwei Duelle im Nachwuchsfußball gleichzeitig statt: Zum einen der Konkurrenzkampf mit viel Geld zwischen den europäischen Topklubs wie Bayern, Chelsea, Arsenal, Real Madrid, Leverkusen oder Wolfsburg um die „absoluten Topperformer“, wie Bernhard Peters, der Sportdirektor des Hamburger SV, die Handvoll der weltweit größten Fußballtalente nennt. „Es ist brutal schwer, bei Vereinen wie Bayern München, die in der Champions League eine wichtige Rolle spielen, direkt den Übergang von der U19 in den Kader zu schaffen. Da muss man zu den Top fünf der Welt gehören.“ 

 

 

Teurer als einst Ballack: Joshua Kimmich spielt bald bei den Bayern 

Hinter diesem Wettbewerb um Supertalente aus aller Welt findet zum anderen fern aller Schlagzeilen der alltägliche Kampf um die anderen Hochbegabten statt, sozusagen um die künftige Basis des deutschen Profifußballs. Und dort entscheiden nicht allein Gelder über den Erfolg, sondern auch Kompetenzen und Konzepte. Im immer schärferen Wettbewerb geht auch die Schere zwischen den Klubs immer weiter auseinander, die Qualität der jeweiligen Nachwuchsleistungszentren entscheidet mehr denn je über den künftigen Erfolg vieler Klubs. 

Der deutsche Topnachwuchs, also die Spieler aus den U-Nationalteams des DFB, sowie ihre Berater und Eltern haben längst einen genauen Überblick über die Ausbildungsqualität und die Durchlässigkeit zu den Profis in den Vereinen. Und sie wählen in ihrer Mehrzahl ganz bewusst diejenigen Klubs aus, die ein schlüssiges Konzept nicht nur auf dem Papier vorweisen, sondern es auch umsetzen. Sie stimmen sozusagen mit den Füßen ab. Damit machen sie auch das größte Problem in der vielgelobten deutschen Nachwuchsarbeit sichtbar: die teilweise eklatanten Mängel beim Übergang vom Nachwuchs- zum Profibereich. 

 

Stürmische Entwicklung auf dem Jugendmarkt 

Hany Mukhtar wurde im vergangenen Sommer zusammen mit Joshua Kimmich Europameister mit der U19. Er erzielte im Finale gegen Portugal den 1:0-Siegtreffer, mit der Berliner A-Jugend holte er ein Jahr zuvor die deutsche Meisterschaft. Mukhtar galt bei Hertha als größtes Talent seit Jahren, mit 17 Jahren spielte er schon bei den Profis in der zweiten Liga. In der vergangenen Saison debütierte er gegen den FC Bayern in der Bundesliga. In dieser Spielzeit reichte es nur noch für Einsätze in der Regionalliga. Irgendetwas ging da schief. Wie öfter beim Übergang zum Profitum. Dann wechselte Mukhtar für 500.000 Euro zu Benfica Lissabon. Sein Abschied nach mehr als zwölf Jahren bei Hertha glich eher einer Flucht. 

Jeder Klub ist anders, und so ist auch jeder Verein unterschiedlich von der stürmischen Entwicklung auf dem Jugendmarkt betroffen. Bundesligaklubs, die in der Jugendarbeit ohnehin hinterherhinken, drohen im harten Ausbildungs-Wettkampf nun immer öfter in die Röhre zu schauen. Eintracht Frankfurt hat seine U23 als einer der wenigen deutschen Profiklubs abgeschafft, die U19 steht auf dem vorletzten Platz der Bundesliga Süd. In der Winterpause hat der Klub gleich drei Jugend-Nationalspieler verloren. Zwei gingen nach Wolfsburg, einer nach Dortmund. All diese Transfers machten keine Schlagzeilen, kosten diese Klubs aber Zukunft. 

 

 

Hany Mukhtar (Mitte) ist U-19-Europameister und verließ Hertha Richtung Lissabon  

Bernhard Peters hat in Hoffenheim die komplette Nachwuchsarbeit aufgebaut und in acht Jahren zu einem Vorbild in der Bundesliga gemacht. Im Sommer hat ihn deswegen der HSV geholt, der auch diese Entwicklung verschlafen hat. Der ehemalige Hockey-Bundestrainer ist überzeugt, dass man einem Verein mit guter Nachwuchsarbeit eine sportliche Identität geben könne, so wie beispielsweise Leverkusen, Barcelona oder auch Hoffenheim. 

„Ein qualitätsvolles Ausbildungskonzept spricht sich dann auch rum. Berater, Eltern und auch die Spieler bilden sich ihre Urteile. Das ist die Realität. Und wenn man als Verein einmal im richtigen Fahrwasser ist und sich eine entsprechende Reputation erarbeitet hat, dann bekommt man immer wieder die Anfragen, dass talentierte Spieler unbedingt in diesem Nachwuchsleistungszentrum spielen wollen“, sagt Peters nach seiner Erfahrung mit Hoffenheim. 

„Nicht mehr als 10.000 Euro für einen Jugendspieler“ 

Im Mainzer Bruchwegstadion sitzt Christian Heidel an einem seiner beiden Schreibtische. Der Mainzer Manager pendelt zwischen seinen Arbeitsplätzen im alten Stadion und der fünf Kilometer entfernten neuen Arena. Die Nachwuchsarbeit des Klubs zählt zur besten im Weltmeister-Land, mit André Schürrle hat der Klub von 2006 bis 2011 einen Weltmeister ausgebildet. Mainz hat seinen Weg in der Nachwuchsarbeit gefunden. 

Von den Summen und dem Starappeal, die in der Weltspitze mittlerweile zum Jugendfußball gehören, ist das Ausbildungsleben in Mainz jedoch meilenweit entfernt. Die Folgen sind dort dennoch zu spüren. „Der Jugendfußball ist inzwischen ab der U17 zu dem gleichen Geschäft geworden wie der Profifußball. Ein Verein wie Mainz 05 hat da aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt keine Möglichkeiten“, sagt Heidel. „Aber für unsere tägliche Arbeit spielt das keine Rolle. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir für einen Jugendspieler mal mehr als 10.000 Euro bezahlt hätten. Wir sind noch nie in ein Wettbieten eingestiegen. Wir könnten uns einen Achtzehnjährigen für eine Million auch gar nicht leisten.“ 

 

 

„Wir sind noch nie in ein Wettbieten eingestiegen“: Schalke-Manager Christian Heidel  

Heidel nennt den SC Freiburg mit seiner seit vielen Jahren hochgelobten Nachwuchsarbeit als großes Vorbild. Auch die Mainzer kümmern sich intensiver um ihre Talente als zahlreiche andere Klubs. Das zahlt sich aus. Immer wieder stößt ein Nachwuchsspieler zu den Profis. Die A-Jugend steht hinter Hoffenheim auf Platz zwei in der Bundesliga Süd. Mit seiner U23 hat es Mainz wie sonst nur Dortmund und Stuttgart bis in die dritte Liga geschafft - da kann selbst der FC Bayern nicht mithalten. 

„In der Jugend sind wir und viele andere Vereine mit den Bayern auf Augenhöhe. Das ist aber bestimmt nicht, was die Bayern wollen. Da geben sie jetzt richtig Gas“, sagt Heidel. Die Bayern haben die Eröffnung eines neuen Nachwuchsleistungszentrums für 2017 angekündigt - und mit Michael Reschke, der im vergangenen Sommer Bayer Leverkusen nach 35 Jahren verließ, haben die Münchner zudem einen exzellenten Nachwuchsexperten verpflichtet. Im einzigen Bereich, in dem der Weltklub noch Nachholbedarf sieht, stehen die Zeichen nun auch auf Angriff. 

So finanziert Gladbach den eigenen Aufstieg 

Der Mönchengladbacher Sportdirektor Max Eberl sieht seinen Klub von diesem boomenden, aggressiven Jugendmarkt in seiner Entwicklung bedroht. Die Borussia, derzeit auf Rang drei der Liga, finanziert ihren Aufstieg nicht zuletzt durch Ausbildung und Verkauf ihrer Toptalente. Die früheren und aktuellen Nationalspieler Jansen, Marin, Reus und ter Stegen hat Gladbach für rund 50 Millionen Euro verkauft. „Das ist für uns lebenswichtiges Geld. Marin hatten wir für 20.000 Euro aus Frankfurt geholt, Reus für 800.000 aus Ahlen, und ter Stegen haben wir selbst ausgebildet“, sagt Eberl. 

„Sollten künftig die Einnahmen für Spieler wie Reus, Marin oder ter Stegen wegfallen, weil sie noch früher zu Bayern, Chelsea oder Real wechseln, dann entstehen zwei Gefahren. Erstens: dass von den zehn Talenten nur noch zwei, drei oben ankommen - die Toptoptop-Talente. Und zweitens: Ausbildende Vereine wie wir generieren keine Ablösesummen mehr, mit denen wir uns entwickeln und unseren Kader verbessern können.“ Solche Argumente könne man aber nur bringen, sagt Eberl, „wenn man wie wir in den letzten fünf Jahren diesen Weg mit einer Jugendarbeit gegangen ist. Wir leben das. Es darf aber nicht das Alibi sein, in die gleiche Kerbe zu hauen, wenn man das nicht macht“. 

 

 

„Die Chance auf etwas Großartiges nutzen“: Max Eberl, Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach.  

Mönchengladbach gehört zu den finanzschwächeren Klubs, die mitunter dennoch um Supertalente konkurrieren. „Wir finden dann auch manchen Spieler interessant, können aber vielleicht nur zwei oder drei Millionen bieten. Dann sagt irgendwann der Spieler womöglich, dass er gerne nach Gladbach gehe würde - aber bei dem abgebenden Verein liegen schon acht Millionen auf dem Tisch. Und dann muss das Talent womöglich zu einem großen Klub gehen, weil die Kleineren einfach keine Chance haben“, sagt der Sportdirektor. 

„Mit meiner Kritik meine ich nicht nur Bayern München - sondern auch Real, Barca, Chelsea oder Wolfsburg.“ Den fiktiven Fall, den Eberl ohne Klub- und Spielernamen schildert, hat er in der Realität schon erlebt. Das ehemalige Talent spielt mittlerweile in der Bundesliga eine wichtige Rolle bei einem Spitzenklub. „Eins ist klar“, sagt Eberl: „Der Markt wird noch enger - und die Summen werden noch höher.“ 

Quelle: F.A.Z. 

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Youtube zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Youtube Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Anzeigen