Scouting:

Die SSF-Sportagentur öffnet talentierten Fussballern die Türen.
 Durch Kontakte zu nationalen und internationalen Fussballvereinen möchten wir ambitionierten Fussballern  die Türen zum Profifussball eröffnen. Wir werden Probetrainings bei etablierten Vereinen arrangieren,  Fussballevents veranstalten und Vereinsgespräche führen. Unsere Fussballer sollen in allen Belangen unterstützt, aufgebaut, gefördert und trainiert werden.

 DIE TALENT-STORYS 

Früh übt sich, wer einmal ein großer Fußballer werden will. 
Der Kampf um Talente wird immer härter. Und die Preise steigen immer mehr. Im Talent-Storys schauen wir auf Europa. Denn jedes Land, jeder Verein arbeitet unter speziellen Bedingungen. 
Der Kampf um Talente wird immer härter. Und die Preise steigen immer mehr. Kinder im Alter von 12, 13 Jahren sind zu Handelsobjekten von Beratern, Managern und Vereinen geworden. Aber Jugendliche werden gleichzeitig auch gezielt entwickelt und pädagogisch gefördert wie nie zuvor, um ihnen eine große Karriere zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr haben wir die Entwicklung dieses boomenden Millionen-Markts in der Bundesliga beschrieben, im Talent-Storys schauen wir auf Europa. 
Immer wieder Lesenswerte Geschichten aus der Vergangenheit.
(Quelle: FAZ.NET) 

Romulu Lukaku

 

Fußball-Nachwuchs in Belgien : „Molenbeek ist ein Meer voller Talente“ Ein Star aus der Schule des RSC Anderlecht: Romulu Lukaku. Ohne den RSC Anderlecht, das Herz des belgischen Fußballs, wäre der Boom in dem kleinen Land kaum möglich gewesen. Die besten Spieler kommen aus den schwierigsten Stadtteilen – wie Molenbeek. Jean Kindermans sitzt in seinem Büro im ersten Stock der Nachwuchsabteilung des RSC Anderlecht und zeigt aus dem Fenster. „Molenbeek, das kannst du von hier sehen“, sagt er, „drei, vier Kilometer.“ Als kleiner Junge wohnte Kindermans direkt am Grenzverlauf der Brüsseler Stadtteile. Die Unterschiede zwischen Anderlecht und Molenbeek waren damals nicht groß, auch nicht im Fußball. Und so ging Kindermans, der später Fußballprofi wurde, in den siebziger Jahren samstags ins Stadion von Anderlecht, wenn der Royal Sporting Club spielte, und sonntags zum RWD Molenbeek. „Beide waren da noch in der ersten Liga“, sagt Kindermans. „Jetzt ist Molenbeek ein Getto. Aber ein Getto mit unglaublichen Fußballern.“Jean Kindermans ist 52 Jahre alt und leitet seit mehr als zehn Jahren die Nachwuchsabteilung des RSC. Offiziell nennt er sich „Technischer Direktor Jugend“. Ein unspektakulärer Titel, aber mit ihm verbindet sich nicht weniger als eine der erstaunlichsten Entwicklungen in Europa. Im Schatten der großen Ligen und des großen Geldes ist Belgien gelungen, was eigentlich unmöglich schien. Das kleine Land wurde zur Nummer eins der Fußballwelt, vor Argentinien, Spanien und Weltmeister Deutschland. Kein Land hat so viele Talente in der Premier League untergebracht, der reichsten Liga der Welt.„Unser Einfluss auf den Fußball ist groß. Wir sind das Zentrum von Belgien, von Europa. Und seit sechs, sieben Spielzeiten haben wir Erfolg mit unserer Jugendentwicklung. Wir haben aus einem gelegentlichen Wandel einen strukturellen Wandel gemacht“, sagt Kindermans. Der Klub hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Nationalspieler ausgebildet, Romelu Lukaku und Vincent Kompany gehören zu den bekanntesten. Ohne den RSC Anderlecht, das Herz des belgischen Fußballs, wäre der Boom in dem kleinen Land mit seinen elf Millionen Einwohnern kaum möglich gewesen. Und wohl auch nicht ohne die Arbeit von Kindermans. Aber auch nicht ohne Molenbeek.Der Stürmer spielte schon 2010 als Sechzehnjähriger in der Europa League gegen Hamburg – nun ist er beim FC Everton. Wäre man zynisch, könnte man sagen: Keine andere Stadt in Europa produziert mehr Talente - und mehr Terroristen. Tatsächlich sind die jungen Männer aus Brüssel, die Fußballfans in aller Welt mit ihrem Spiel verzaubern und Millionen verdienen, mitunter in denselben Straßen aufgewachsen wie jene, die mit ihren Anschlägen Tod und Angst über den Kontinent bringen. Im Verhältnis zu seiner Größe gibt es andererseits auch kein Land in Europa, aus dem mehr junge Männer nach Syrien in den Krieg gezogen sind.Schon nach den Anschlägen in Madrid, auf „Charlie Hebdo“ und in Paris im November führten Spuren immer wieder nach Molenbeek, wie auch jetzt, nach den Terrorangriffen in der belgischen Hauptstadt. Manchmal ist der Grat zwischen Jungstars, die im Ausland eine Traumkarriere machen, und verblendeten Kriegern mit tödlichen Allmachtsphantasien schmaler, als man das für möglich hält. „Inzwischen kommen die besten Spieler aus den schwierigsten Stadtteilen“, sagt Kindermans. „Molenbeek ist für uns wie ein Meer voller Talente. Und es ist leicht für uns, sie zu uns zu holen und hier auszubilden, weil wir als RSC Anderlecht ein höheres Ansehen haben. Das machen wir oft.“ Das „Purple Talent Project“ Es sind oft gewöhnliche Verbrecher, Schwerst,- aber auch Kleinkriminelle, die zu Dschihadisten werden. Oder einfach nur junge Männer ohne Job und Perspektive. Oft kommt alles zusammen und Religion obendrauf. In Molenbeek sind Armut, düstere Aussichten und Gewalt schon lange Problem, und Kindermans weiß genau, was das für viele Kinder und Jugendliche, die nichts so gut können wie Fußball spielen, im Alltag an Belastungen mit sich bringt.Er erzählt von einem aktuellen Fall, von einem Zwölfjährigen, einem großen Talent, dessen Eltern sich gerade trennen. Eine brutale Trennung, wie der Jugendleiter sagt. Mit Kämpfen, mit heftiger Gewalt. Der Klub hat den Jungen in einer der Gastfamilien untergebracht, mit denen der RSC zusammenarbeitet. Wenig später rief der Direktor der Schule an, und sagte, dass es nahezu unmöglich sei, mit dem Jungen in der Schule umzugehen, so aggressiv sei er. „Wenn du zu Hause zehn Jahre lang kämpfen musstest, um dich zu schützen, dann verstehe ich das“, sagt Kindermans.So wie Lukaku wollen die aktuellen Talente in Anderlecht auch werden. „Bei uns im Klub muss er den Leuten die Hand geben, höflich sein und lächeln.“ Das funktioniere aber nicht in der Schule, und wenn es nicht bald besser werde, habe der Direktor angekündigt, den Jungen rauszuwerfen. „Und wenn das passiert, müssen wir ihn vielleicht auch aus dem Klub rausnehmen. Am Ende sind wir auch nur ein Fußballklub und keine therapeutische Einrichtung, die mit professionellen Leuten schwierige Fälle löst“, sagt Kindermans. „Wenn man Jugendarbeit macht, hat man nicht nur mit den schönen Seiten des Lebens zu tun.“ Aus Molenbeek stammte auch Junior Malanda, der beim VfL Wolfsburg spielte und vor einem Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam. Der RSC Anderlecht hatte ihn mit elf Jahren geholt. Auch Michy Batshuayi, der jetzt bei Olympique Marseille spielt und an dem Borussia Dortmund Interesse hat, wurde in Molenbeek ausgebildet, kam zum RSC, wo sein Bruder immer noch spielt. Sie alle profitierten von einem Programm, das sich „Purple Talent Project“ nennt.Es begann mit 17 Spielern, und die Idee war, den Talenten mehr Training zu geben als die üblichen vier Einheiten pro Woche. Und so kooperierte der Klub mit den Schulen, schickte seine professionellen Trainer, die montags, dienstags und donnerstags den Jungs eine Stunde zusätzliches technisches Training gaben. Nachmittags organisierten sie dafür einen „Study-Moment“ vor dem Mannschaftstraining. „Wir haben so die Trainingszeit von 360 Minuten auf 540 gesteigert“, sagt Kindermans, „sonst hätten wir die Spieler nicht auf das höchste Niveau gebracht.“ Einer der ersten Spieler aus diesem System war Lukaku, mittlerweile einer der besten Stürmer in der Premier League. „Der Vorstand sah, dass dieses System einen guten Stürmer im Alter von 16 Jahren hervorbringen kann, den wir drei Jahre später für 16 Millionen Euro nach Chelsea verkauft haben. Und seitdem haben wir jedes Jahr strukturell drei, vier Spieler, die in die erste Mannschaft reinkommen. Heute sind wir mit dem Programm auf über 80 Spieler gewachsen.“

(Video: Traumberuf Fussballprofi )

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